Hundesportverein
Exten e.V.

 

   
 
 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 

 

 

Welpenausbildung

Ansprechpartner:
 
Bianka Meyer

Unsere Tipps für die Welpenbesitzer zum Ausdrucken findet man hier!

Unsere Übungszeiten ergeben sich aus dem Ausbildungsplan, welcher sich auf der Startseite (Home) befindet.  

Hier nun noch ein "kleiner" Einblick:

Viele erfahrene Hundetrainer haben sich irgendwann einmal Gedanken über das Thema Welpenausbildung gemacht.
Viele Gedanken mit nur einem Ergebnis: Eine gute Welpenausbildung kann entscheidend dazu beitragen, dem Welpen von Anfang an das Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Wohlbefindens zu geben.

Am Anfang steht immer der Gedanke:

und

Eine Ausbildung braucht mein Hund eigentlich nicht, denn ich will ja nur einen Familienhund; er soll nur hören.

aber

Wie kann ich meinem Hund beibringen, dass er die Kommandos, die ich gebe auch ausführt ?

Na ja, und dann kommt doch die Überlegung sich evtl. mal einen Hundeplatz anzusehen und man geht hin und kommt auch schnell ins Gespräch. Nach ca. 1/2 Stunde hat man einen Brummschädel und ist kein Stück weiter, denn so viele Ratschläge kann keiner auf einmal behalten.

So, und nun habe ich gedacht, ich versuche es mit der sanften Methode.

Vielleicht hilft es ein wenig bei der Ausbildung und so eine Ausbildung soll ja auch Spaß machen. Also habe ich hier ein paar Tipps für die Ausbildung von Welpen niedergeschrieben.

Ein Welpe sollte möglichst schnell - aber schonend - und mit viel Geduld mit seiner Umwelt vertraut gemacht werden. Dazu gehören neue Geräusche, Gerüche und sonstige Eindrücke, die für uns lange zum Alltag gehören.

Um mit seinem Welpen üben zu können, gibt es verschiedene Kommandos, die jeder beherrschen muss. Ich bevorzuge die deutsche Sprache und folgende Kommandos: Sitz - Platz - Hier - Steh - Such und Pfui.

Diese Kommandos sind Befehle, die ich "kontrollieren" muss. Sie hat der erwachsene Hund später ohne zu zögern punktgenau auszuführen.

Muss steht für (Rangordnung) sofortiges Eingreifen, wenn der Hund diese Kommandos nicht ausführt - weil er gerade keine Lust hat, ein Schmetterling vorbeifliegt usw. Es zeigt uns die Rangordnung und den Gehorsam: er hat sich unterzuordnen und muss den Befehl sofort ausführen.

Dazu kommen noch, ich nenne sie mal "unkontrollierte Befehle". Das sind Kommandos, bei denen der Welpe/Junghund/Hund es sich aussuchen kann, z.B. wo er sich hinlegen möchte. Sie können heißen: Komm - leg dich hin - bleib stehen - wo ist dein ....... oder nein.

Warum soll man jetzt auch noch unterschiedliche Befehle/Kommandos lernen ?

Es ist ganz einfach:

Bei den kontrollierten Befehlen verlange ich (Rudelführer) sowohl vom Welpen - Junghund oder dem älteren Hund, dass diese Kommandos sofort und ohne Überlegung ausgeführt werden. Dies hat schon so manchem Hund das Leben gerettet. Bei unkontrollierten Kommandos entscheidet der Hund, wo bzw. wann er diese ausführt und sie wieder selbstständig auflöst.

Ein Beispiel an dieser Stelle:

Ich fahre zum Einkaufen und nehme meinen Hund mit, weil ich anschließend noch mit ihm spazieren gehen will, oder mich mit anderen Hundefreunden treffe - natürlich mit Hund. Der Hund sitzt im Auto und ich sage zu ihm: "leg dich hin - ich komme gleich wieder". (Diesen Satz kennt der Hund vom Welpenalter an, da ich ihn immer benutzte, wenn ich weggegangen bin). Der Hund legt sich hin und wartet. Nach einiger Zeit steht er auf und dreht sich um; er guckt aus dem Fenster, ob er mich bereits irgendwo sehen kann. Das Ohr juckt, er kratzt. Oh, auf der Decke liegt ja noch ein Leckerli - sehr lecker usw. Da ich nicht gegenwärtig bin, kann ich auch nicht korrigieren, wenn ich ein kontrolliertes Kommando gegeben hätte. Der Welpe oder der heranwachsende Hund, hätte solange an ein und der selben Stelle liegen bleiben müssen, bis ich den Befehl aufgehoben hätte.

Ich hoffe, dass ich es verständlich genug beschreiben konnte.

So - und nun wollen wir mal zu den Kommandos oder Befehlen und deren Ausführung kommen.

1. Lektion: "Sitz"

Begebt euch immer in die Höhe des Kopfes vom Welpen. Das heißt, ihr geht in die Hocke, kniet vor dem Welpen oder setzt euch auf den Boden. So hat der Welpe keine Angst vor euch. Vermeidet es, euch über den Welpen oder auch andere Hunde zu beugen. Dies löst eine bedrohliche Haltung aus und es kann dazu führen, dass das Tier sich verteidigt oder aber aus Angst wegläuft.

Was ist ein Leckerli ?

Ein Leckerli ist eine Belohnung, die weich, nicht zu groß und schnell zu schlucken ist. Wichtig ist beim Üben das kontrollierte Arbeiten. Das heißt, wir nehmen die Leine in die linke Hand und stellen uns vor den Welpen. Die Leine wird direkt am Schloss angefasst und festgehalten. In der rechten Hand hält man das Leckerli. Dieses Leckerli wird über den Scheitelpunkt des Kopfes gezogen. Hierbei bleibt das Leckerli an der Nase des Welpen. Die Leine muss unbedingt am gleichen Punkt gehalten werden. Der Welpe soll und wird dem Leckerli hinterher schnüffeln. Das Leckerli wird weiter über den Kopf hinweg nach hinten bewegt. Der Welpe kann nun nicht anders, da er ja an der Leine gehalten wird, als das Hinterteil zum Sitzen herunterzunehmen. Sitzt der Welpe, bekommt er sofort das Leckerli. Hier ist das Timing sehr wichtig. Dieses macht man einige Male, bis der Welpe das von allein kann und erst dann fügt man das Hörzeichen "Sitz" hinzu.

Vorzugsweise sollte diese Übung in Ruhe und ohne Ablenkung geübt werden. In der Wohnung, im Garten, beim Spazierengehen. Bitte achtet immer darauf, dass nichts den Hund ablenkt. Ihr müsst versuchen, die Aufmerksamkeit auf euch zu ziehen, das Wichtigste auf dieser Welt für ihn zu werden, so dass alles Andere uninteressant wird.

Innerhalb von Minuten kann der Welpe sitzen und das Schöne daran ist, er freut sich noch dabei. Dieses kann man auch auf dem Tisch üben. Hier kann der Welpe nicht weg und er wird lernen, immer an der Stelle, wo er sich befindet, das Hörzeichen auszuführen.

Diese ist nur eine Methode, dem Hund das "Sitz" beizubringen. Beim Übungsbetrieb werdet ihr sehen, es gibt noch einige andere Möglichkeiten.

 

2. Lektion: "Das Platz"

Wieder begeben wir uns in Augenhöhe des Welpen, nur dass wir uns jetzt vor den Welpen hocken. Die Hocke ist deshalb zu bevorzugen, da man hierbei mehr Bewegungsfreiheit hat; auf keinen Fall über den Welpen beugen !

Der Welpe wird, wie bereits in der 1. Lektion beschrieben, an der Leine mit der linken Hand direkt am Schloss festgehalten. Das Leckerli in die rechte Hand und dann wird das Leckerli vor der Nase des Hundes gehalten. Langsam wird das Leckerli dann Richtung Boden gesenkt. Der Welpe wird weiter an der Leine gehalten, aber dieses Mal folgt die Hand dem Welpen. Wieder wird der Welpe der Hand mit dem Leckerli folgen. Wenn der Welpe sich nun zu dem Leckerli herunterbeugt, zieht man das Leckerli nach vorn und der Welpe wird sich hinlegen.

Die ganze Übung macht man aus dem "Sitz" heraus. Das ist für den Welpen am einfachsten. Ein wenig üben muss man auch hierbei, bis es klappt. Aber immer den Welpen ins "Sitz" zurückbringen. Legt sich der Welpe nun von allein, ist also eine so genannte Verknüpfung hergestellt, wird wie beim Sitz das Hörzeichen "Platz" gegeben.

Tägliches Üben festigt das Erlernte, sowohl beim Welpen, als auch die Sicherheit der Kommandos bei uns. Aber bitte nicht länger als 2 Minuten. Und bitte, beendet die Übung mit einem positiven Erfolg für den Welpen und auch für euch. So behält man die Lust am Üben.

Ein Welpe, der mit Freude lernt, weil auch der Teampartner Freude hat, wird als erwachsener Hund Spaß daran haben, mit seinem Hundeführer zu arbeiten. So hat man die besten Voraussetzungen, evtl. auch mal eine Begleithundeprüfung zu laufen.

Vermeidet menschlichen Ehrgeiz und hört auf, wenn der Hund am meisten Spaß hat und schließt die Übung immer mit einem positiven Ergebnis ab.

Dieses ist wieder nur eine Methode dem Hund das "Platz" beizubringen. Beim Übungsbetrieb lernt man auch noch anderen Möglichkeiten kennen.

Eine kleine Anmerkung an dieser Stelle:

Wir wissen, dass unser Welpe ein Rudeltier ist und als solches muss er auch einen Platz in der Rangordnung bekommen und auch behalten.

Wenn dieses kleine Knäuel irgendwann Kinderersatz, Spielkamerad, Begleiter, Wachhund oder Freund werden soll, benötigt er - genau wie Kinder - eine konsequente Erziehung. Wir wollen mit unserem Hund in Ruhe und Frieden leben und uns nicht immer anhören müssen, was unser Hund für ein schlecht erzogener Rüpel und Raufer ist. Und es macht keinen Spaß, ewig mit seinem Hund zu schimpfen, nur weil wir vergessen haben, dass auch ein Welpe in kürzester Zeit ein erwachsener Hund wird und seine Vorfahren vom Wolf abstammen. Es ist im Allgemeinen das Gegenteil. Wir wollen positiv auffallen und hören, wie gut unser Hund gehorcht, denn das ist unsere Belohnung für die Zeit und die Anstrengung, die wir auf uns genommen haben.

Wir haben Verantwortung übernommen. Und es lohnt sich, denn wenn wir zufrieden sind, fühlt es auch unser Hund.                                                                                             

3. Lektion "Das Steh"

Wie bei allem, gibt es auch hier wieder mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist z.B., wenn wir uns auf den Boden setzen und dann den Welpen zwischen unsere gespreizten Beine nehmen. In dieser Position kann man auch sehr gut Welpen-/Hundepflege betreiben. Wenn der Welpe zwischen unseren Beinen sitzt, können wir ihn streicheln und kraulen und kontrollieren. Rücken, Läufe, Rute und der Kopf werden dabei leicht massiert. Es sollten auch die Ohren und Zähne gleich mitkontrolliert werden. Für den Welpen ist es gleichzeitig eine positive Erfahrung und Spaß macht es auch.

Der Welpe sitzt zwischen unseren gespreizten Beinen. Wieder halten wir ihn am Schloss der Leine fest. Mit einem Leckerli vor der Nase ziehen wir den Welpen nach vorne. Der Welpe folgt der Hand mit dem Leckerli. Da er das Leckerli haben will, kommt er nach vorn; also hinten hoch. Dieses macht man ein paar Mal, bis der Welpe es verknüpft hat. Das geht relativ schnell. Danach kommt erst das Hörzeichen (Steh) dazu. Auch hier gibt es noch anderen Möglichkeiten und Wege, dem Hund das "Steh" beizubringen. Sprecht mit dem Ausbilder darüber.

 

4. Lektion " Die Leinenführigkeit"

Die Leine in die rechte Hand, die Leckerlis dazu. Das muss der Mensch erst üben. Denn wenn man die Leckerlis in der Hand hält, dann hat man immer welche zum Arbeiten parat und muss nicht jedes Mal wieder danach in den Taschen suchen. Den Vorrat mit den Leckerlis und die Leine in die rechte Hand. Das Leckerli zum Arbeiten wird in die linke Hand genommen - gehalten zwischen Daumen und Zeigefinger. Mit den restlichen drei Fingern macht ihr dann eine Tasche, in die der Hund mit der Schnauze hinein kann. Die Hand kommt dann an das linke Bein und zwar gerade nach unten. Der Hund kommt mit seiner Schnauze in diese Tasche, weil er das Leckerli riecht. Die Hand bitte so tief halten, dass der Hund immer noch mit den Beinen auf dem Boden bleibt. Hält man es zu hoch, dann fängt der Welpe an zu springen und genau das sollte vermieden werden.

Am Anfang nur 2 bis 3 Schritte; Leckerli und loben. Das Timing spielt auch hier wieder eine große Rolle. Im Laufe der nächsten Tage kann man immer einen Schritt mehr gehen. Ab jetzt gibt es keinen Spaziergang mehr mit leeren Taschen. Am praktischsten ist es, die Leckerlis immer in der rechten Tasche zu haben - das muss in Fleisch und Blut übergehen. So kann man immer und überall üben. Das ist sehr wichtig, damit der Hund sich nicht daran gewöhnt, nur auf bestimmten Plätzen, wie dem Hundeplatz, vernünftig an der Leine zu laufen. Er soll es überall.

Auch hier gilt - wie bei allen anderen Übungen - sie immer nur wenige Minuten zu üben und mit einem positiven Ergebnis aufzuhören.

 

Welpenausbildung - Spiele

Leckerli-Karton-Verstecken

Kartons kosten nichts, sie gibt es überall. Man legt den Karton umgedreht auf den Fußboden und zeigt dem Welpen das Leckerli. Danach wird das Leckerli unter dem Karton versteckt und der Welpe zum Suchen animiert. Er wird gleich losstürmen und das Leckerli suchen. Stachelt ihn mit den Worten: "Such", "Such" an. So lernt der Hund nicht nur seine Nase zu benutzen, sondern auch gleich das Hörzeichen "Such" und hat viel Spaß dabei.

 

Spielzeug-Verstecken

Na ja, werdet ihr sagen, das ist ja einfach. Aber überlegt mal, was für einen Spaß euer Hund dabei hat. Was kann ich nun machen ? Also, legt einen Ball oder ein anderes Spielzeug erst einmal unter den Teppich oder ein Handtuch und lasst dann den Hund suchen. Das ist schwieriger für den Hund, als ihr denkt.

Hierbei handelt es sich um eine so genannte Denk- und Sucharbeit. Fügt hierbei zu Beginn das Hörzeichen "Such" mit ein und ihr schlagt wieder 2 Fliegen mit einer Klappe. Der Hund sollte, bevor er zum Suchen geht, noch am Halsband festgehalten werden. Durch das Verfestigen des Hörzeichens brauchen wir diese nachher nicht mehr so oft zu sagen. Hat der Hund das Spielzeug gefunden, dann ist die Freude groß und der Welpe wird gelobt und es wird getauscht: Spielzeug gegen Leckerli. Wenn der Hund dann etwas älter ist, dann kann man das Spielzeug auch in einen anderen Raum legen. Der Hund sollte dann aber das Spielzeug sehen und begreifen, dass das Spielzeug nicht in dem Raum liegt, in dem er sich befindet. Nächst höhere Stufe wäre dann, die Tür erst einen Tag später öffnen und den Hund dann zum Suchen schicken. Dieses ist dann ein Denkspiel - ob der Hund das noch weiß ?

 

Abschließend  noch ein paar Anmerkungen

1. Konsequenz ist das A und O !

2. Der Welpe/Junghund darf auf keinen Fall springen, Treppen hoch- oder runter laufen, er wird getragen

3. Stöckchen spielen ist verboten !

4. Nicht auf glatten Böden toben lassen !

5. Auf keinen Fall am Fahrrad laufen lassen !

6. Regelmäßige Gewichtskontrolle ist sehr wichtig !

7. Nach dem Fressen ruhen lassen; auf keinen Fall toben und spielen !


Ich hoffe, diese kleine Anleitung hilft Euch ein wenig. Habt Geduld und nehmt Rückschläge mit Gelassenheit.


Lernen Sie den richtigen Umgang mit Ihrem neuen Begleiter.

Inhalt mit freundlicher Genehmigung von Rita Muhs (Schwarzenbeck)